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05.11.2011

Stahlpreise im Oktober weltweit gesunken

In den USA sind die Flachstahlpreise trotz der noch im September angekündigten Preissteigerungen für das vierte Quartal im Oktober gesunken. Die Lieferzeiten sind relativ kurz. Die Auftragsbücher sind nicht gefüllt und die Hersteller müssen den Kunden Rabatte anbieten um Kaufanreize zu setzen. Der Stahlhandel schätzt die Lage als eher befriedigend ein, wobei mit verringerter Ordertätigkeit zum Jahresende gerechnet wird. Aus diesem Grund beäugen sie vorsichtig die Einkaufspreisentwicklung. Einige kanadische Werke arbeiten derzeit mit niedriger Auslastung. Die Kunden zögerten die angekündigten Preiserhöhungen zu akzeptieren, mit denen Mehrausgaben für die teureren Rohstoffzukäufe aufgefangen werden sollten. Zusätzlicher Druck baut sich durch das normale Jahresendverhalten der Käufer auf, genau wie im Vorjahr. Das aber könnte für die Werke mit ihren schwierigen Kostenstrukturen zu Problemen führen. Positiv schlägt zu Buche, dass durch die gesunkenen Inlandspreise weniger Material importiert wird. Die westeuropäischen Käufer zögern bei den Werken zu bestellen, da sie sich um die aktuelle Finanzmarktlage sorgen, die das Vertrauen in den Markt mehr und mehr untergräbt. Wegen der mäßigen Nachfrage haben die bisher vorgenommenen Produktionskürzungen der Stahlwerke noch keine Wirkungen gezeigt. Es haben jedoch weitere Stahlhersteller Produktionskürzungen angekündigt. Sorgen machen sich die Marktteilenehmer auch um die Nachfrage in China. Die Inflation hat die Regierung veranlasst, die Banken zu Kürzungen bei der Kreditvergabe zu zwingen. In der Folge sinken der Stahlverbrauch und auch die Stahlproduktion. Der Aufwärtstrend bei den Preisen ist ins Gegenteil umgeschlagen. Dennoch hat Baosteel sich entschieden die meisten offiziellen ab Werk Preise für November für seine Flachstahlprodukte unverändert zu lassen, verbunden mit der Hoffnung, dass sich dadurch das Vertrauen in den Markt festigt. Zwei andere große Werke haben jedoch Preiskürzungen angekündigt. Es wird davon ausgegangen, dass die Bestellmengen ausländischer Kunden für den Rest des Jahres 2011 rückläufig sein werden. Nachdem die japanischen Stahlexportmengen schon im Verlauf dieses Jahres ständig schwächer waren, sind sie im September stark gesunken. Belastend haben hier die schwache Nachfrage aber auch die steigenden Kapazitäten im asiatischen Raum gewirkt. Die Importe nehmen jedoch wegen des starken Yen zu. Obwohl Tokio Steel seine Inlandspreise für Oktober auf Grund der hohen Schrottpreise erhöht hatte, hat es kürzlich eine Kehrwendung vollzogen. Der südkoreanische Stahlmarkt bleibt schwach. Inländische Vorhersagen gehen jedoch von einem leichten Wachstum der Stahlnachfrage im kommenden Jahr aus, wobei hier große Hoffnungen in den Exportmarkt gesetzt werden. Eine Bestandsanpassung ist bisher noch nicht erfolgt. Die Bestände an gewalzten Flachstählen sind auch im August wieder angestiegen.

Quelle: MEPS – International Steel Review