Nach zwei Monaten beständigen aber leichten Wachstums, haben die Preise in der 3. Januarwoche begonnen sich abzuschwächen. Die Stahlhersteller haben die Zukäufe aus Drittländern eingeschränkt, da die Nachfrage nach Fertigprodukten schwächer geworden ist und zwar sowohl im In- als auch im Ausland. Nachdem die Werke die Stahlpreise reduziert haben, werden sie nun die Schrottpreise drücken. Die Schrottverkäufer haben bereits mit Preiskürzungen reagiert, aber die scheinen den Käufern nicht ausreichend zu sein, da sie keinerlei Reaktionen zeigten. Die Schrottvorräte der türkischen Stahlwerke müssten relativ hoch sein, sodass derzeit kein unbedingter Kaufbedarf besteht. Bisher haben nur wenige Verbraucher zusätzliche Mengen zur Lieferung Ende Februar bestellt. Im Moment bieten US-Händler HMS 1/2 (80:20) zu US-$ 465 – 470 pro Tonne C&F an, womit sie leicht unter den Angeboten der Vorwoche liegen. Da im US-Inlandsmarkt das Schrottangebot hoch ist und der Absatz durch das Neujahrsfest in China und Südostasien den Schrottbedarf verringert, gibt es Gerüchte um weitere Preiszugeständnisse. Die europäischen Anbieter scheinen ebenfalls zu Preissenkungen von US-$ 5 pro Tonne bereit zu sein. Sie können die Preise kürzen, ohne Verluste hinnehmen zu müssen, da sie wegen des hohen Dollars im Vergleich zum Euro im Moment im Vorteil sind. Rumänische Verkäufer von A3-Schrott senkten ihre Forderungen von US-$ 450 auf US-$ 445 pro Tonne C&F und auch die übrigen Anbieter aus diesem Raum passen sich dem Trend an. Abschlüsse gab es bisher noch keine, weil die türkischen Kunden ein Preisniveau von US-$ 440 pro Tonne C&F sehen wollen. Die Käufer im Fernen Osten gehen ebenfalls von sinkenden Preisen aus. Sie kaufen zudem nur bei entsprechenden Preiszugeständnissen, insbesondere durch die japanischen Anbieter. Die südkoreanischen Verbraucher nutzen ihre aktuelle Position, da ihre türkischen Kollegen die gleiche Taktik anwenden.
Quelle: MEN 20.01.2012



